20.04.21 | Der LWL Klimaschutz beim LWL
"Ambitionierte Ziele"
Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Foto: LWL/Martin Steffen
Münster (lwl). Seit 2009 rufen die Vereinten Nationen jedes Jahr am 22. April, dem "Tag der Erde", zur Schonung der Umwelt und zum verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen auf. Im Interview erläutert Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit insgesamt 18.000 Beschäftigten, was der LWL bisher zum Schutz der Erde und des Klimas getan hat.
Herr Löb, seit wann kann man beim LWL von Klimaschutz sprechen?
Die ersten Aktivitäten gehen auf Ende der 1970er Jahre zurück. 1987 beschloss unsere Politik erhebliche CO2-Reduktionen - mit Erfolg. 16 Jahre später hatten wir unsere Emissionen vor allem durch bessere Heizungssysteme um 34 Prozent gesenkt. 2008 nahm das Thema dann richtig Fahrt auf mit dem sogenannten Energiepolitischen Konzept. Ziel waren bis 2020 mindestens 45 Prozent weniger CO2-Emmissionen gegenüber 1990. Wir haben deutlich mehr erreicht: mit Umstellung auf Ökostrom, erneuerbare Energien beim Heizen, Sanierung von Gebäuden und anderem waren wir schon 2018 bei 62 Prozent weniger Emissionen.
Gibt es beim LWL einen umfassenden Ansatz für Klima- und Umweltschutz?
Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir uns bei dem Thema bisher stark auf unsere Gebäude reduziert haben. Das war aber auch sinnvoll. Nirgendwo konnte der LWL so viel so schnell erreichen wie bei seinen über 1.700 Gebäuden mit 1,7 Millionen Quadratmetern Grundfläche. Wir haben mit zirka 10.000 Messfühlern und 5.000 Zählern ein ziemlich genaues Bild, wo wir wieviel Energie und Wasser verbrauchen. Hört sich trivial an, ist es aber nicht. Denn jetzt können wir ein Leck in einer Leitung schneller erkennen und wir wissen, wo wir mit den Nutzer:innen noch einmal über das richtige Heizen und Lüften sprechen müssen, weil zum Beispiel Fenster an einem Winterwochenende offenstehen.
Wie geht es weiter?
Seit 2019 sind wir in der nächsten Phase. Wir werden den LWL-Abgeordneten bis Ende 2021 ein integriertes Klimaschutzkonzept vorlegen, dafür haben wir auch Förderung bekommen und zwei Klimamanager:innen eingestellt. Die gucken sich gemeinsam mit LWL-Expert:innen und einer Beraterfirma alles an, was mehr Umwelt- und Klimaschutz bedeuten könnte: Brauchen wir so viele Dienstfahrten? Können wir den Transport unserer Schüler:innen zu den Förderschulen umstellen? Wie erreichen wir schon bei der Planung von neuen Gebäuden nachhaltiges Bauen, also keine Ex- und Hopp-Bauten, sondern mehr Holz und weniger CO2-schädlichen Beton? Wie erreichen wir, dass der Joghurt in allen unseren Kantinen aus Westfalen und nicht von weither kommt? Wie stellen wir unsere Waldflächen noch besser auf nachhaltige Forstwirtschaft um? Das wird also ein sehr umfassendes Programm aus vielen kleinen und großen Maßnahmen.
Und das Ziel?
Es zeichnet sich ab, dass der LWL bis 2030 klimaneutral sein soll. Das hat vor Kurzem die SPD-Fraktion im LWL beantragt, so steht es auch schon im Koalitionspapier von CDU und Grünen im LWL. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, aber mit ambitionierten Zielen haben wir im LWL gute Erfahrungen gemacht. Ich halte das für machbar.
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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